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Notfallmanagement gehört zum Qualitätsmanagement.

Was Praxen wirklich wissen sollten: Welche Anforderungen bestehen, welche Rolle Notfalltraining und Notfallausstattung spielen und was sinnvoll dokumentiert werden sollte.

Wichtig: Die QM-Richtlinie nennt keine starre jährliche Schulungsfrist. Sie fordert eine zum Patienten- und Leistungsspektrum passende Notfallkompetenz, die durch regelmäßiges Notfalltraining aktualisiert wird.
Die Grundlage

Was ist tatsächlich vorgeschrieben?

Für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, medizinische Versorgungszentren und weitere erfasste Leistungserbringer besteht nach § 135a SGB V die Verpflichtung, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln. Die konkreten grundsätzlichen Anforderungen beschreibt die Qualitätsmanagement-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Keine pauschale „Einmal-im-Jahr“-Vorgabe

Die QM-Richtlinie fordert ein regelmäßiges Notfalltraining, legt dafür jedoch kein starres Intervall von beispielsweise sechs, zwölf oder 24 Monaten fest. Häufigkeit und Ausgestaltung sollten sich an der jeweiligen Einrichtung, ihrem Leistungsspektrum, der Patientenstruktur und den konkreten Risiken orientieren.

Wie lässt sich „regelmäßig“ in der Praxis umsetzen?
Eine hilfreiche Orientierung gibt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Sie empfiehlt, das Vorgehen bei Notfallpatientinnen und Notfallpatienten möglichst jährlich zu schulen beziehungsweise praktisch zu üben. Auch im QEPQEP = „Qualität und Entwicklung in Praxen“.
QEP ist ein von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den Kassenärztlichen Vereinigungen entwickeltes Qualitätsmanagement-System speziell für Arztpraxen, psychotherapeutische Praxen und MVZ.
-Praxiswissen wird eine möglichst jährliche Durchführung – abhängig von Leistungsspektrum und Patientenklientel – mit praktischen Übungen empfohlen.

Damit ist die jährliche Schulung eine fachliche Empfehlung für die praktische Umsetzung des Qualitätsmanagements – keine starre gesetzliche Jahresfrist.

Was das für die Praxis bedeutet

Vier Bausteine eines funktionierenden Notfallmanagements.

Notfallvorsorge besteht nicht allein aus einem Notfallkoffer. Entscheidend ist, dass Ausstattung, Wissen und interne Abläufe zusammenpassen und im Team bekannt sind.

01 · Kompetenz

Notfälle erkennen und handeln

Mitarbeitende sollten typische Notfallsituationen erkennen und wissen, welche ersten Maßnahmen einzuleiten sind. Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen sind zugleich ein ausdrücklich genanntes Instrument des Qualitätsmanagements.

02 · Training

Regelmäßig praktisch üben

Notfallkompetenz soll durch regelmäßiges Training aktualisiert werden. Praktische Übungen helfen dabei, Aufgabenverteilung, Kommunikation und Maßnahmen nicht erst im Ernstfall klären zu müssen.

03 · Ausstattung

Zur Praxis passende Ausstattung

Die Notfallausstattung soll zum Patienten- und Leistungsspektrum passen. Ebenso wichtig ist, dass das Team Standort, Aufbau und Handhabung der vorhandenen Ausstattung kennt.

04 · Organisation

Klare Abläufe und Zuständigkeiten

Die QM-Richtlinie verlangt unter anderem die Regelung von Verantwortlichkeiten und wesentlichen Abläufen. Für Notfälle bedeutet das: Zuständigkeiten, Alarmierung und interne Wege sollten nachvollziehbar organisiert sein.

Praxis-Check

Diese Punkte sollten Sie im Blick haben.

Eine kompakte Orientierung für die interne Überprüfung des Notfallmanagements.

Notfallausstattung festlegenPassend zu Patientenstruktur, Fachrichtung und Leistungsspektrum.Mehr lesen →
Vollständigkeit und Funktion prüfenVerfallsdaten, Verbrauchsmaterial, Batterien und Funktionsfähigkeit regelmäßig kontrollieren.Mehr lesen →
Standort im Team bekannt machenNotfallkoffer, AEDAED = „Automatisierter Externer Defibrillator“
Ein AED analysiert bei einem Kreislaufstillstand selbstständig den Herzrhythmus und gibt – wenn erforderlich – einen elektrischen Schock frei. Das Gerät führt die Anwenderinnen und Anwender mit Sprach- und Bildanweisungen durch die Reanimation.
und weitere Ausrüstung müssen im Ernstfall ohne Suche erreichbar sein.
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Notfallabläufe festlegenAlarmierung, Aufgabenverteilung, Rettungsdienst-Einweisung und Übergabe vorab organisieren.Mehr lesen →
Mitarbeitende schulenErkennen von Notfallsituationen und richtiges Handeln regelmäßig auffrischen.Mehr lesen →
Praktisch trainierenReanimation, AEDAED = „Automatisierter Externer Defibrillator“
Ein AED analysiert bei einem Kreislaufstillstand selbstständig den Herzrhythmus und gibt – wenn erforderlich – einen elektrischen Schock frei. Das Gerät führt die Anwenderinnen und Anwender mit Sprach- und Bildanweisungen durch die Reanimation.
, Kommunikation und typische Praxisszenarien gemeinsam üben.
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Neue Mitarbeitende einweisenStandort, Funktionsweise der Ausstattung und interne Notfallwege frühzeitig vermitteln.Mehr lesen →
QM intern überprüfenUmsetzung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements regelmäßig selbst bewerten und intern dokumentieren.Mehr lesen →
Wie häufig?

„Regelmäßig“ statt starrem Zeitintervall.

Eine allgemeingültige gesetzliche Aussage wie „jede Praxis muss einmal jährlich ein Notfalltraining durchführen“ lässt sich aus der QM-Richtlinie nicht ableiten. Die Richtlinie fordert regelmäßiges Notfalltraining, ohne ein konkretes Monats- oder Jahresintervall vorzugeben.

Für die Praxis ist deshalb sinnvoll, den eigenen Rhythmus nachvollziehbar festzulegen und dabei unter anderem Teamwechsel, Leistungsspektrum, besondere Risiken und die Ergebnisse vorheriger Übungen zu berücksichtigen.

Unser Ansatz: Nicht nur einen Termin „abhaken“, sondern regelmäßig prüfen, ob das Team im Notfall tatsächlich handlungsfähig ist und ob Ausstattung und Abläufe zur aktuellen Praxissituation passen.
Dokumentation

Was sollte für das QM nachvollziehbar sein?

Die QM-Richtlinie verlangt, dass Einrichtungen die Umsetzung und Weiterentwicklung ihres Qualitätsmanagements regelmäßig überprüfen und die Ergebnisse dieser internen Überprüfung dokumentieren. Für das Notfallmanagement ist eine strukturierte Dokumentation daher sinnvoll.

Praktische Orientierung

Sinnvoll dokumentieren

Je nach Einrichtung können insbesondere folgende Angaben hilfreich sein:

  • Datum und Art des Notfalltrainings
  • Teilnehmende Mitarbeitende
  • behandelte bzw. trainierte Inhalte
  • Überprüfung der Notfallausstattung
  • erkannte organisatorische Verbesserungspunkte
  • vereinbarte Maßnahmen und Zuständigkeiten
Notfallseminare NRW

Nachweise aus der Schulung

Bei unseren Schulungsformaten können Teilnahme und vermittelte Inhalte nachvollziehbar festgehalten werden. Bei der Hybridfortbildung kommt die dokumentierte digitale Vorbereitung mit Abschluss-Check hinzu.

Damit erhält die Praxis Unterlagen, die sie in ihre eigene QM-Dokumentation einordnen kann.

Vom QM zur Praxis

Notfallmanagement sollte im Ernstfall funktionieren – nicht nur auf dem Papier.

Wir trainieren mit Ihrem Team praxisnah und beziehen auf Wunsch die vorhandene Notfallausstattung, interne Abläufe und typische Notfallsituationen Ihrer Fachrichtung in die Schulung ein.

Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information zum Qualitäts- und Notfallmanagement und stellt keine Rechtsberatung dar. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen und berufsrechtlichen Vorgaben sowie die aktuelle Fassung der einschlägigen Richtlinien.