Neue Mitarbeitende
Neue Teammitglieder sollten frühzeitig mit Notfallplan, Alarmierungswegen und Standort sowie Handhabung der vorhandenen Notfallausrüstung vertraut gemacht werden.
„Muss unsere Praxis jedes Jahr ein Notfalltraining durchführen?“ Die kurze Antwort: Die QM-Richtlinie verlangt regelmäßiges Notfalltraining, schreibt dafür aber keinen festen Jahresrhythmus vor.
Eine allgemeine gesetzliche Vorgabe „ein Notfalltraining alle 12 Monate“ lässt sich aus der QM-Richtlinie nicht ableiten. Für Arzt- und Zahnarztpraxen ist jedoch ein funktionierendes Notfallmanagement Bestandteil des Qualitätsmanagements. Die KBV empfiehlt, das Vorgehen bei Notfällen möglichst jährlich zu schulen beziehungsweise zu üben.
Vertragsärztliche und vertragszahnärztliche Einrichtungen sind zum einrichtungsinternen Qualitätsmanagement verpflichtet. Im Bereich Notfallmanagement fordert die QM-Richtlinie eine dem Patienten- und Leistungsspektrum entsprechende Notfallausstattung und die Aktualisierung der Notfallkompetenz durch regelmäßiges Notfalltraining.
Die Richtlinie nennt dafür keinen festen Abstand von sechs, zwölf oder 24 Monaten. Das Intervall sollte deshalb nachvollziehbar zum tatsächlichen Risiko, zum Team und zum Leistungsspektrum der Praxis passen.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung empfiehlt im Rahmen des Notfallmanagements, fach- und praxisspezifische Kriterien zur Identifikation von Notfallpatienten festzulegen und das Vorgehen „möglichst jährlich“ zu schulen beziehungsweise zu üben. Auch die KBV-Broschüre zum Qualitätsmanagement nennt möglichst jährliche Schulungen mit praktischen Übungen – abhängig von Leistungsspektrum und Patientenklientel.
„Möglichst jährlich“ ist eine konkrete fachliche Empfehlung der KBV. Sie ist aber nicht dasselbe wie eine gesetzlich festgelegte starre Jahresfrist.
Neue Teammitglieder sollten frühzeitig mit Notfallplan, Alarmierungswegen und Standort sowie Handhabung der vorhandenen Notfallausrüstung vertraut gemacht werden.
Ändern sich Räume, Zuständigkeiten oder interne Alarmierungswege, sollten die Notfallabläufe erneut gemeinsam überprüft und praktisch geübt werden.
Neue oder veränderte Notfallausrüstung sollte nicht erst im Ernstfall kennengelernt werden. Einweisung und praktische Anwendung gehören in die Vorbereitung des Teams.
Je nach Fachgebiet, Patientenklientel und durchgeführten Eingriffen kann ein kürzeres Übungsintervall sinnvoll sein.
Statt lediglich „jährliche Notfallschulung“ in das QM-Handbuch zu schreiben, kann die Praxis festlegen, wie die Notfallkompetenz regelmäßig erhalten wird und welche Ereignisse eine zusätzliche Schulung auslösen. Sinnvoll dokumentiert werden können beispielsweise Datum, Teilnehmende, Inhalte, praktische Übungen, verwendete Notfallausrüstung sowie erkannte Verbesserungsmöglichkeiten.
„Das Praxisteam trainiert das Vorgehen bei medizinischen Notfällen regelmäßig und möglichst jährlich. Zusätzlich erfolgt eine Überprüfung beziehungsweise Schulung bei wesentlichen Änderungen des Teams, der Abläufe oder der Notfallausstattung.“
Ein jährliches praktisches Notfalltraining ist für viele Praxen ein sinnvoller und gut nachvollziehbarer Rhythmus. Entscheidend ist jedoch, dass Notfallkompetenz nicht nur auf dem Papier besteht: Mitarbeitende sollten ihre Aufgaben kennen, die vorhandene Ausrüstung sicher finden und die wesentlichen Abläufe praktisch beherrschen.
Die Aussagen auf dieser Seite orientieren sich an der Qualitätsmanagement-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, § 135a SGB V sowie den Hinweisen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zum Notfallmanagement.
Unsere Trainings orientieren sich an den tatsächlichen Abläufen Ihrer Einrichtung und beziehen die vorhandene Notfallausrüstung direkt mit ein.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechtsberatung dar. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen und berufsrechtlichen Regelungen sowie die für die jeweilige Einrichtung einschlägigen Vorgaben.